Fortschrittsbericht des 10. Augenarzt-Stipendiaten – Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika

LC Rheine | 24. Februar 2026 | Bernhard Rieken
Die Bekämpfung vermeidbarer Blindheit und Augenkrankheiten, insbesondere bei Kindern in ärmeren Regionen, ist seit Jahrzehnten ein zentrales Anliegen der Lions weltweit. Bereits 1992 begann Lions Deutschland die Zusammenarbeit mit der Christoffel-Blindenmission (CBM), der größten internationalen Fachorganisation für Menschen mit Behinderungen. Seitdem wurden über 3 Millionen Patienten behandelt, mehr als 200.000 Augenoperationen durchgeführt und rund 40 Augenkliniken in Afrika, Asien sowie Latein- und Südamerika unterstützt.
Sight First 2025
| Dr. Angela Birungi
Sight First 2025
| Dr. Owiny Moses

Auch der Lions Club Rheine engagiert sich seit über 30 Jahren aktiv in diesem Bereich. Was 1994 mit der Mitfinanzierung von Augenhospitälern begann, entwickelte sich ab dem Jahr 2000 zur Förderung augenärztlicher Fachausbildungen junger Mediziner in Afrika. Ziel ist es, talentierten Ärzten, die sich die hohen Studienkosten nicht leisten können, eine vierjährige Weiterbildung zum Augenarzt zu ermöglichen.

Der aktuelle Lions-Präsident Claus Naarmann erläutert: „Diese Hilfe sorgt nicht nur für die Ausbildung von Fachkräften, sondern auch für direkte medizinische Versorgung vor Ort – bereits während des Studiums leisten die Stipendiaten augenärztliche Hilfe in Kliniken und bei Outreach-Missionen in ländlichen Regionen“.

Die Bilanz von Lions Deutschland kann sich sehen lassen: Seit 2000 wurden bundesweit 73 Facharztausbildungen in Ophthalmologie abgeschlossen. Allein der Lions Club Rheine hat dank der Unterstützung der Rheinenser Bevölkerung inzwischen den zehnten Arzt mitfinanziert und dafür rund 700.000 Euro mobilisiert.

Der aktuelle Stipendiat: Dr. Petter Yekka

Die Stipendiaten berichten 1x jährlich an die Lions über Entwicklung, Tätigkeiten und abgelegte Prüfungen während der Qualifizierung. Der 44-jährige Dr. Petter Yekka aus Uganda befindet sich im letzten Studienjahr seines Masterprogramms in Ophthalmologie.

Dr. Yekka berichtet von einem ereignisreichen Jahr: Neben intensiven theoretischen Studien absolvierte er zahlreiche praktische Einsätze. Er führte hunderte Untersuchungen durch, behandelte über 500 Akut-Patienten im Krankenhaus und assistierte bei komplexen Operationen wie Katarakt-, Glaukom- und augenplastischen Eingriffen. Bei einer fünftägigen Outreach-Mission wurden im Team über 1.000 Patienten untersucht, 92 Kataraktoperationen durchgeführt und weitere augenchirurgische Eingriffe vorgenommen. Diese Erfahrungen haben seine chirurgischen Fähigkeiten erheblich gestärkt.

Dank und Wertschätzung

In seinem Fortschrittsbericht bringt Dr. Yekka seine tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Lions Club Rheine und CBM zum Ausdruck. Er hebt hervor, dass die Unterstützung nicht nur seine Ausbildung ermöglicht, sondern auch den Zugang zu augenärztlicher Versorgung für Bedürftige sicherstellt. Die Finanzierung deckte wesentliche Studienkosten und schuf eine stabile Lernumgebung. Besonders bereichernd war für ihn die Teilnahme am 12. COECSA Scientific Congress 2025 in Addis Abeba, Äthiopien, wo er internationale Experten traf und wertvolle Einblicke gewann.

Dr. Yekka betont: „Ohne diese Hilfe wäre es mir nicht möglich gewesen, meinen Traum zu verwirklichen und gleichzeitig das Leben vieler Patienten zu verbessern.“ Er sieht seine Zukunft klar vor sich: Nach Abschluss der Ausbildung will er im Ruharo Eye Centre in Mbarara (Uganda) arbeiten und sich weiterhin für die Bekämpfung vermeidbarer Blindheit in Uganda einsetzen. Mit großer Demut schließt er seinen Dank mit den Worten, dass er den Lions und CBM für ihre Großzügigkeit ewig verbunden bleibt.

Warum dieses Projekt so wichtig ist

Die Unterstützung des Lions Clubs Rheine ermöglicht nicht nur die Ausbildung von Fachärzten, sondern rettet unmittelbar Augenlicht. In Regionen, in denen augenärztliche Versorgung kaum vorhanden ist, bedeutet jede Operation eine neue Lebensperspektive. „Unser Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe – wir investieren in Menschen, die später Tausenden helfen werden“, betont Dr. Peter Rohlmann, Hauptkoordinator der SightFirst-Aktivitäten des Lions-Club Rheine.

Mit dieser Arbeit leistet der Lions Club Rheine einen nachhaltigen Beitrag zur Bekämpfung vermeidbarer Blindheit und zur Verbesserung der Lebensqualität in unterversorgten Regionen Afrikas. Der Club bedankt sich bei der Bevölkerung von Rheine und der Region für die anhaltende Unterstützung.